Stolz blickt die Eugen Geyer GmbH auf ein bewegtes Jahrhundert Firmengeschichte zurück.
Alles begann im Jahr 1926: Nach seiner Ausbildung und langjähriger Tätigkeit als Kabinettsleiter bei der Firma Kammerer in Pforzheim verwirklichte sich Eugen Geyer sen. im Alter von 45 Jahren mit einer eigenen Geschäftsidee und meldete am 8. Februar 1926 ein Gewerbe an. Mit Zuversicht und Unternehmergeist erwarb er eine kleine Werkhalle einer Schmuckproduktion im Altstädter Kirchenweg in Pforzheim. Dort fertigte er mit rund 25 Mitarbeitenden zunächst Metallhülsen für Drehbleistifte – damals ein beliebtes, preisgünstiges Schreibwerkzeug. Bald kamen Rohre aus Edel- und unedlen Metallen für die Schmuckindustrie hinzu.


Beim verheerenden Luftangriff auf Pforzheim am 23. Februar 1945 wurde die Werkshalle vollständig zerstört. Doch Eugen Geyer sen. ließ sich nicht entmutigen. Mit Hilfe seiner Mitarbeitenden konnten die Maschinen geborgen und – mit amerikanischer Genehmigung – in eine ehemalige Militärhalle nach Königsbach verlagert werden. Ab 1946, im Alter von 65 Jahren, nahm er dort unter einfachsten Bedingungen mit etwa fünf Mitarbeitenden die Produktion wieder auf. 1954 trat sein Sohn Eugen Fritz im Alter von 21 Jahren als Mitinhaber in das Unternehmen ein. In dieser Zeit produzierte die Firma vor allem Rohrabschnitte für Kugelschreiber sowie Metallhalbzeuge für den Maschinenbau und die Modeschmuckfertigung.
1962 erhielt das Unternehmen vom Land Baden-Württemberg einen zinsgünstigen Kredit für den Bau einer kleinen Fabrikhalle am Ortsrand von Königsbach. Das angrenzende Wohnhaus diente zugleich als Sozialraum, Büro und Zuhause der Familie Geyer. In den folgenden Jahren wuchs die Zahl der Mitarbeitenden, und die Produktpalette wurde um Distanzringe für „Perlatoren“ (Luftsprudler für Wasserhähne) sowie Rohre für Musikinstrumente erweitert. 1968 verstarb Firmengründer Eugen Geyer sen. im Alter von 87 Jahren. Die Ausrichtung auf Nischenmärkte – geprägt von hoher Flexibilität und Innovationsfreude – wurde nun zur Philosophie des Unternehmens. Auch der Metallhandel erkannte zunehmend die Vorteile, gerade bei kleineren Bestellmengen auf Eugen Geyer als zuverlässigen Partner zu setzen.


1990 trat Lorenz Geyer, Enkel des Firmengründers, mit 23 Jahren in das Unternehmen ein.
Die Firma wuchs kontinuierlich weiter. Im Jahr 2000 entschied sich Eugen Fritz Geyer gemeinsam mit seiner Ehefrau Maria-Guadalupe und Sohn Lorenz für den Bau eines komplett neuen Standorts im Industriegebiet Allmendwiesen in Königsbach-Stein. Zum 75-jährigen Jubiläum zog der gesamte Maschinenpark mit rund 45 Mitarbeitenden in das neue, hochmoderne Firmengebäude um, das großzügige Produktionsflächen, moderne Sozial- und Verwaltungsräume sowie eine hervorragende Verkehrsanbindung bot. Die positive Entwicklung setzte sich fort: 2011 und 2014 wurde die Produktionshalle erweitert, 2017 kam die angrenzende Halle mitsamt PV-Kraftwerk hinzu. Im selben Jahr nahm das Unternehmen Anlagen für längsgeschweißte Edelstahl- und Nickelrohre in Betrieb.
2018 wurde der langjährige Produktionsleiter und Prokurist Andreas Schwender zum Geschäftsführer ernannt. Die Innovationskraft in neuen Produktfeldern nahm weiter zu. Mit der Einführung eines modernen ERP-Systems samt lückenloser Chargenrückverfolgbarkeit sowie eines CAQ-Systems schuf das Unternehmen ab 2019 die Grundlage, um auch hochregulierte Branchen beliefern zu können. Gleichzeitig wurde in Energieeffizienz investiert – sowohl im Gebäude und Maschinenpark als auch in der Stromversorgung – wodurch die Fertigung der Metallhalbzeuge zunehmend nachhaltiger wurde.


Heute beschäftigt die Eugen Geyer GmbH rund 75 Mitarbeitende und verfügt über eine Produktionsfläche von 4.700 m². Gefertigt werden Präzisions-Metallhalbzeuge – Rohre, Rohrformteile, Profilrohre, Verbundteile und Komponenten – aus Edelstahl, Nickel, Kupfer, Aluminium, Messing, Bronze und weiteren Metallen, auch in kleineren Losgrößen. Die Produkte finden in zahlreichen Branchen Anwendung, etwa in der Mess- und Sensortechnik, der Wärmetechnik, im Induktions- und Induktorbau, in der Medizintechnik und im Maschinenbau.
Wie einst Eugen Geyer sen. und sein Sohn Eugen Fritz blicken auch die heutigen Geschäftsführer Lorenz Geyer und Andreas Schwender mit Zuversicht in die Zukunft:
„Unsere Mission ist es, agil und flexibel zu handeln, um qualitativ hochwertige Produkte und erstklassigen Service anzubieten. Gemeinsam mit unseren Kunden entwickeln wir innovative Lösungen für ihre Ideen und Anforderungen. Dabei legen wir großen Wert auf unsere Mitarbeitenden und fördern ein motiviertes, engagiertes Team. Durch ständige Verbesserung entwickeln wir uns weiter und reagieren auf Veränderungen. So festigen wir unsere führende Marktposition und stärken das Vertrauen unserer Partner nachhaltig. Wir wollen, dass hinter jedem Erfolg ein Teil von uns steckt – ein Teil in jedem Orchester, jeder laufenden Maschine, jedem abhebenden Flugzeug, jeder Operation und in der Energieversorgung kommender Generationen.“